Samstag, 16. Juli 2011

Die Entwicklung vom Bergbaudorf zur Tourismushochburg

Den ersten Bericht über Bodenmais der urkundlich verzeichnet ist, findet man im Urbar der bayerischen Herzöge, um das Jahr 1300. Hier wird von einem "Item das Goldwerch ze Pabenmaiz" berichtet.

In der "Allmächtigen Gottesgabe" im Silberberg wurde nach Silber geschürft, wodurch Bodenmais im Jahre 1522 vom bayerischen Herzog zur "vollkommen gefreiten Bergstadt" ernannt wurde. Bereits zu dieser Zeit siedelten sich die ersten Glashütten in Bodenmais an, die in den Wäldern als Kloster- und Stadthütten betrieben wurden. Das Bergwerk stellte sich im Jahre 1542 auf die Produktion von Vitriol um, da fast keine Edelmetalle mehr zu gewinnen waren. Dieses Vitriol wurde damals zum Färben von Stoffen verwendet und fand reissenden Absatz. Im Jahre 1580 wurde Bodenmais in eine Hofmark umgewandelt.

Im Kaiserreich in den Jahren 1870 bis 1914 erlebte Bodenmais eine wahre Blütezeit. Nun wurde Potée hergestellt, das zum Schleifen von Gläsern und Polieren von Spiegeln benötigt wurde und um die ganze Welt ging. In dieser Zeit erkannte man in Bodenmais auch, dass der Fremdenverkehr eine mögliche Erwerbsquelle darstellt, da sich außer der Glasindustrie keine weitere Industrie in Bodenmais ansiedeln wollte. Durch die rasante Entwicklung und Rationalisierung des Herstellungsverfahren andernorts war das Bodenmais Potée im Laufe der Zeit nicht mehr konkurrenzfähig und der Betrieb wurde 1962 eingestellt. Doch auch hier wurde ein Ausweg gefunden. In Bodenmais selbst stellte man sich nach dem zweiten Weltkrieg auf die Glasveredelung um und Bodenmais wurde so innerhalb von 30 Jahren zum Glasveredelungszentrum mit der größten Auswahl an Bleikristallen in Deutschland. Nachdem ab 1934 der Tourismus in Bodenmais immer mehr zunahm, geriet dieser Bereich immer mehr in den Fokus des Ortes. 1945 wurde Bodenmais zum Luftkurort und 1958 zum Markt erklärt. Das Sahnehäubchen war das Prädikat "Heilklimatischer Kurort", der dem Ort 1992 verliehen wurde, da Bodenmais damit der einzige heilklimatische Kurort im Bayerischen Wald ist.

Von der Bergbau und Glasthüttentradition zeugt auch heute noch sehr viel. So wird das Bergwerk im Silberberg als Besucherbergwerk betrieben und enthält viele Schaustücke aus der Bergmannstradition des Ortes. Nahe des Silberberges befindet sich auch die Ausgrabungsstätte einer alten Vitriolhütte, deren Ausgrabungsstücke im Alten Rathaus in Bodenmais ausgestellt sind. Wie das Leben unserer Vorfahren in einer Glashütte aussah, wird in der Glashütte von JOSKA-Bodenmais gezeigt.

Interessierte Gäste erwartet beim Urlaub in Bodenmais also nicht nur erstklassige Wellness-Hotels, Sport und Erholung, sondern auch eine kleine Reise durch die Ortsgeschichte, bei der man die Entwicklung vom Bergbauort zum Tourismusort nachvollziehen kann.

Quelle:  http://www.online-artikel.de

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